* 01. Januar 1926 in Trossingen / † 2006 in Stuttgart
Im Jahr 1939 zog seine Familie nach Stuttgart. Nach Kriegsende, mit dem Wintersemester 1945/1946 hat er das Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart begonnen, wechselte aber schnell, schon 1946 an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und hat diese 1950 erfolgreich abgeschlossen. Seit 1948 war Bohnet Meisterschüler unter Otto Baum. Mit Abschluss des Studiums lebte Bohnet als freischaffender Künstler in Stuttgart.
Die ersten Jahre seines Wirkens standen noch stark unter dem Einfluss seines Lehrers, Otto Baum. So sind Bohnet's Arbeiten aus den ersten 10, 12 Jahren nach Abschluss der Akademie geprägt von weiblichen Aktfiguren, mit runden oder auch kubischen Formen, sowohl als Vollplastik, wie auch als Relief. Ein gutes Beispiel für diese Zeit ist der Brunnen 'Mädchen mit Taube' von 1954 am Gustav-Siegle-Haus in Stuttgart-Mitte.
Wichtig war Bohnet immer, dass seine Arbeiten einen Bezug zum Ort der Aufstellung haben. Dafür ist u.a. das Wandrelief 'Lyra' an der Liederhalle sein gutes Beispiel. Oftmals, wie auch in diesem Fall, hat Bohnet seine Objekte in Zusammenarbeit mit den Architekten geschaffen.
Spätere Reliefarbeiten von Hans Dieter Bohnet werden durch die Kontraste betont, vom negativen zum positiven, so wie man dies ganz wunderbar am Jubiläumsbrunnen am Berliner Platz / Schlossstrasse sehen kann.
Ende der 60er Jahre ging Bohnet immer weiter zur anorganischen Formensprache über. So sind viele seiner Arbeiten von der Kugel geprägt. Dabei ging es ihm vor allem um die Auseinandersetzung zwischen der Schale und dem Kern, der Kugel und dem Kubus.
Der Schwerpunkt von Bohnet Arbeiten lag immer im Schaffen von Werken im öffentlichen Raum. Dies ist sicherlich einer der Gründe, weshalb wir heute in Stuttgart viele Werke des Künstlers finden können. Ein anderer ist sicherlich in der sehr langen Schaffenszeit von Bohnet zu finden. Immerhin war Hans Dieter Bohnet über 60 Jahre als Bildhauer bis zu seinem Tod 2006 tätig.
Ein Blog für Bildende Kunst im öffentlichen Raum vor allem in und um Stuttgart.
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Sonntag, 4. Oktober 2015
Samstag, 26. September 2015
Gedenktafel für Johann Georg Hartmann
Am Gebäude der Fritz-Elsas-Straße 49 zur Ecke Leuschnerstraße befindet sich die 'Gedenktafel für Johann-Georg-Hartmann'.
Sie wurde 1989 vom Verlag Klett-Cotta, welcher seinen Firmensitz in unmittelbarer Nähe in der Rotebühlstraße hat, gestiftet.
Die Gedenktafel weist eine Portrait-Zeichnung Hartmanns auf, sowie einen Text, in welchem die relevantesten Informationen aus seinem Leben geschildert sind.
Die Tafel kennzeichnet in etwa den Standort des Wohnhauses von Johann Georg Hartmann an der damaligen Kasernenstraße (heute Fritz-Elsas-Straße) an der Ecke zur Leuschnerstraße. Es zählte damals zu den geistigen Zentren Stuttgarts, in welchem regelmäßig ein 'Salon' zum Gedankenaustausch stattgefunden hat.
Zum Besuch der beiden berühmten Gäste hat Hartmann folgende Zeilen notiert:
'Nachdem aber der Herzog von Weimar die Ablegung des Inkognito ... sich verbeten hatte und der Herzog [Karl Eugen] gleichwol alles unter dieser Bedingung Mögliche thun wollte, giengen nun alle Anstalten hiezu durch mich. Ich ... hatte alle dem fremden Herzog und seinem Gesellschafter von Goethe gemachten Vergnügen mit zu gemessen. Ich war täglich um sie, ihr Gast und Begleiter in die Akademie, ins Schauspielhaus, auf die in der Gegend der Solitude ihnen angewiesene Jagd, nach Ludwigsburg, nach Hohenasperg zu Schubart, nach Kornwestheim zu Pfarrer Hahn etc...'
Sie wurde 1989 vom Verlag Klett-Cotta, welcher seinen Firmensitz in unmittelbarer Nähe in der Rotebühlstraße hat, gestiftet.
Die Gedenktafel weist eine Portrait-Zeichnung Hartmanns auf, sowie einen Text, in welchem die relevantesten Informationen aus seinem Leben geschildert sind.
JOHANN GEORG HARTMANN
Hof- und Domänenrat, Schriftsteller auf naturwissenschaftlichem
und juristischem Gebiet
Geboren 19. Februar 1731 in Plieningen
Gestorben 9. Juni 1811 in Stuttgart
Im Hartmann'schen Haus, das etwa an dieser Stelle stand, gingen
Stuttgarter Gelehrte, Dichter und Künstler ein und aus.
1779 war Hartmann der ständige Begleiter von
Johann Wolfgang von Goethe und Herzog Karl August
von Sachsen-Weimar, die sich auf der Rückreise aus der
Schweiz incognito in Stuttgart aufhielten.
Hartmann führte sie durch die Stadt und Ihre Umgebung.
Die Tafel kennzeichnet in etwa den Standort des Wohnhauses von Johann Georg Hartmann an der damaligen Kasernenstraße (heute Fritz-Elsas-Straße) an der Ecke zur Leuschnerstraße. Es zählte damals zu den geistigen Zentren Stuttgarts, in welchem regelmäßig ein 'Salon' zum Gedankenaustausch stattgefunden hat.
Zum Besuch der beiden berühmten Gäste hat Hartmann folgende Zeilen notiert:
'Nachdem aber der Herzog von Weimar die Ablegung des Inkognito ... sich verbeten hatte und der Herzog [Karl Eugen] gleichwol alles unter dieser Bedingung Mögliche thun wollte, giengen nun alle Anstalten hiezu durch mich. Ich ... hatte alle dem fremden Herzog und seinem Gesellschafter von Goethe gemachten Vergnügen mit zu gemessen. Ich war täglich um sie, ihr Gast und Begleiter in die Akademie, ins Schauspielhaus, auf die in der Gegend der Solitude ihnen angewiesene Jagd, nach Ludwigsburg, nach Hohenasperg zu Schubart, nach Kornwestheim zu Pfarrer Hahn etc...'
Sonntag, 20. September 2015
Robert Stolz Portraitmedaillon
In Bad Cannstatts Fußgängerzone am Haus der Marktstraße 40, schräg gegenüber des Erbsenbrunnens befindet sich ein Portraitmedaillon von Robert Stolz aus Bronze, sowie eine Texttafel unterhalb des Portraits.
Die Texttafel trägt folgenden Schriftzug
Zu jener Zeit wohnte Robert Stolz in diesem Haus an der Marktstraße 40.
Die Texttafel trägt folgenden Schriftzug
Die Arbeit hat die Künstlerin Elke Krämer 1994 erstellt und im selben Jahr wurde das Portraitmedaillon mit der darunter angeordneten Texttafel an der Fassade montiert. Sie erinnert an den berühmten österreichischen Operetten- und Liederkomponisten Robert Stolz, welcher in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg, im Jahr 1914, am Cannstatter Wilhelma-Theater als Dirigent und Kapellmeister tätig war. In jenem Theater hat 1914 die Uraufführung von Stolz' Operette 'Das Lumperl' stattgefunden.DER KOMPONISTUND DIRIGENTROBERT STOLZ1880 - 1975WOHNTE IM JAHRE1914IN DIESEM HAUS
Zu jener Zeit wohnte Robert Stolz in diesem Haus an der Marktstraße 40.
Samstag, 29. August 2015
Gedenktafel für Vicco von Bülow
Direkt am Eugensplatz, unweit des 2013 aufgestellten Loriot-Denkmals in Erinnerung an einen der bekanntesten Humoristen Deutschlands, ist im Juni 2015 die 'Gedenktafel für Vicco von Bülow' an der Fassade des Hauses Haußmannstraße 1 montiert worden.
Sie wurde, wie auch das Denkmal, durch den Künstler Uli Gsell geschaffen.
Die Tafel enthält den folgenden Text:
Sie wurde, wie auch das Denkmal, durch den Künstler Uli Gsell geschaffen.
Die Tafel enthält den folgenden Text:
IM DRITTEN STOCK
DIESES HAUSES WOHNTE
VON 1938 BIS 1941
GENANNT LORIOT
1923-2011
Montag, 15. Juni 2015
Fassadenfiguren an den Häusern der Abelsbergstraße
Die Häuser in der Abelsbergstraße sind, wie viele andere Wohngebäude in der Siedlung Ostheim seitens der Stadt als Kulturdenkmal eingestuft.
Die beiden Häuserzeilen in der Abelsbergstraße wurden an den jeweiligen Giebelseiten zur Sickstraße hin mit einer Fassadenfigur verziert, welche unter einem kleinen Baldachin in die Fassade eingelassen wurde.
Am Giebel des Hauses Abelsbergstraße Nr. 1 ist eine blonde Dame mit einem Füllhorn, das mit Früchten gefüllt ist, zu sehen. Ihr zu Füßen liegt eine schlafende Katze.
Der Giebel des Hauses Abelsbergstraße Nr. 2 zeigt einen blonden Jüngling mit Schwert in der rechten Hand und erlegten Drachen zu seinen Füßen. Am Rücken schaut sein Kampfschild hervor. Zudem sitzt auf seiner linken, erhobenen Hand ein kleiner Vogel.
Ob es sich bei den beiden Figuren um Kriemhild und Siegfried aus der Nibelungensage handelt, lässt sich nicht bestätigen, da uns keine Informationen zu diesen Arbeiten vorliegen.
Die beiden Häuserzeilen in der Abelsbergstraße wurden an den jeweiligen Giebelseiten zur Sickstraße hin mit einer Fassadenfigur verziert, welche unter einem kleinen Baldachin in die Fassade eingelassen wurde.
Am Giebel des Hauses Abelsbergstraße Nr. 1 ist eine blonde Dame mit einem Füllhorn, das mit Früchten gefüllt ist, zu sehen. Ihr zu Füßen liegt eine schlafende Katze.
Der Giebel des Hauses Abelsbergstraße Nr. 2 zeigt einen blonden Jüngling mit Schwert in der rechten Hand und erlegten Drachen zu seinen Füßen. Am Rücken schaut sein Kampfschild hervor. Zudem sitzt auf seiner linken, erhobenen Hand ein kleiner Vogel.
Ob es sich bei den beiden Figuren um Kriemhild und Siegfried aus der Nibelungensage handelt, lässt sich nicht bestätigen, da uns keine Informationen zu diesen Arbeiten vorliegen.
Montag, 1. Juni 2015
Flügelrad
Am Treppenabgang zu den U-Bahnen am Marienplatz ist in die Wandfläche oberhalb des Treppenlaufs ein Fassadendetail des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Stuttgarter Straßenbahnen AG in der Hauptstätter Straße 153 eingelassen worden.
Es zeigt ein sog. 'Flügelrad', welches symbolisch für die Elektrifizierung der Pferdebahn im Jahr 1893 steht.
Montiert wurde dieses Fassadenrelief aus dem alten Abriss-Gebäude im Jahr 2002 durch die SSB.
Es zeigt ein sog. 'Flügelrad', welches symbolisch für die Elektrifizierung der Pferdebahn im Jahr 1893 steht.
Montiert wurde dieses Fassadenrelief aus dem alten Abriss-Gebäude im Jahr 2002 durch die SSB.
Mittwoch, 27. Mai 2015
Fassaden-Relief am HS 20
Auf dem Gelände der Universität habe ich am Hörsaal-Gebäude 20 zur Straßenseite hin dieses Fassaden-Relief im Vorbeifahren entdeckt und es für diesen Blog natürlich direkt mit der Kamera festgehalten.
Es zeigt zwei Figuren, in Anlehnung an die Landwirtschaftliche Akademie / Universität.
Es zeigt zwei Figuren, in Anlehnung an die Landwirtschaftliche Akademie / Universität.
Eingangs-Mosaike am Institut für Bodenkunde
An den Laibungen des Eingangs zum Institut für Bodenkunde bei der Universität Hohenheim habe ich die beiden Mosaike entdeckt.
Das Mosaik an der linken Türlaibung zeigt einen Studenten beim Experimentieren im Labor mit Chemikalien, oder ähnlichem.
Seine linke erhobene Hand erweckt den Eindruck, als ob er gerade im Gespräch mit einer anderen, nicht sichbaren Person ist.
Das Mosaik an der rechten Türlaibung zeigt einen Studenten beim Erforschen von Getreide, oder ähnlichem und dabei in eine Literatur vor sich auf dem Schoße vertieft.
Leider habe ich bisher keine weiteren Informationen zu diesen beiden Wandgestaltungen gefunden.
Das Mosaik an der linken Türlaibung zeigt einen Studenten beim Experimentieren im Labor mit Chemikalien, oder ähnlichem.
Seine linke erhobene Hand erweckt den Eindruck, als ob er gerade im Gespräch mit einer anderen, nicht sichbaren Person ist.
Das Mosaik an der rechten Türlaibung zeigt einen Studenten beim Erforschen von Getreide, oder ähnlichem und dabei in eine Literatur vor sich auf dem Schoße vertieft.
Leider habe ich bisher keine weiteren Informationen zu diesen beiden Wandgestaltungen gefunden.
Sonntag, 24. Mai 2015
NN - Kletterer II
Nachdem ich vor kurzem den 'Kletterer' an der Fassade des Alpen-Vereins auf der Waldau in Stuttgart Degerloch entdeckt habe, ist dieses hier nun der zweite Kletterer an einer der Stuttgarter Fassaden.
Diesen habe ich durch Zufall bei meinem Rundgang durch Plieningen entdeckt.
In dem Gebäude ist eine Werbeagentur untergebracht und der zweite Zufall wollte es, dass gerade als ich bei der Aufnahme des 'NN - Kletterer II' war, zwei Mitarbeiter der Agentur das Gebäude verlassen haben. So habe ich die Gelegenheit genutzt und mich über diese Figur erkundigt und unvermutet ein paar Informationen erhalten.
Bei der Figur handelt es sich ursprünglich um eine Schaufensterpuppe, welche als Relikt an einen Werbeauftrag aus der Zeit um 2005 für einen Sportausstatter-Filialbetrieb an der Fassade montiert wurde.
Einen Namen hat die Figur seitens der Agentur nicht erhalten.
Diesen habe ich durch Zufall bei meinem Rundgang durch Plieningen entdeckt.
In dem Gebäude ist eine Werbeagentur untergebracht und der zweite Zufall wollte es, dass gerade als ich bei der Aufnahme des 'NN - Kletterer II' war, zwei Mitarbeiter der Agentur das Gebäude verlassen haben. So habe ich die Gelegenheit genutzt und mich über diese Figur erkundigt und unvermutet ein paar Informationen erhalten.
Bei der Figur handelt es sich ursprünglich um eine Schaufensterpuppe, welche als Relikt an einen Werbeauftrag aus der Zeit um 2005 für einen Sportausstatter-Filialbetrieb an der Fassade montiert wurde.
Einen Namen hat die Figur seitens der Agentur nicht erhalten.
Freitag, 8. Mai 2015
Kletterer
Der Kletterer an der Fassade des Alpin Zentrum - Sektion Schwaben des DAV (Deutscher Alpenverein) auf der Waldau in Stuttgart Degerloch besteht aus schwarz beschichtetem Stahlblech.
Der Künstler der Skulptur ist leider nicht bekannt, ebenso wenig wie die Schlosserei, welche diese Plastik gefertigt hat.
Er wurde im Zusammenhang mit dem Neubau des Alpinzentrums auf der Waldau 1998 installiert.
Der Künstler der Skulptur ist leider nicht bekannt, ebenso wenig wie die Schlosserei, welche diese Plastik gefertigt hat.
Er wurde im Zusammenhang mit dem Neubau des Alpinzentrums auf der Waldau 1998 installiert.
Donnerstag, 7. Mai 2015
Sportstation - Kunststation
Die Waldau ist ein Teil des Stuttgarter Stadtbezirks Degerloch. Bekannt in und um Stuttgart ist dieses Areal nahe des Fernsehturms vor allem auf grund seiner vielen Sportplätze, der Stuttgarter Eiswelt mit der Biellmann-Pirouette von Elena Flamourakis-Blatsoura, des Stadions der Stuttgarter Kickers, des Kletterzentrums des Deutschen Alpvereins mit dem Kletterer an der Fassade und vieler weiterer Angebote aus dem Sportbereich.
Im Zuge der Sanierung des gesamten Areals und des Neubaus der U-Bahn-Station Waldau mitten im Gebiet auf der Waldau wurde die Station 1998 mit insgesamt 16 großformatigen farbigen Bildtafeln mit den verschiedensten Sportmotiven von Siegfried Groß unter dem Motto 'Haltestelle Waldau / Sportstation - Kunststation' gestaltet. Die Tafeln sind an der Rückwand der Gleisanlage montiert und zeigen eine Auswahl der Sportarten, welche auf der Waldau von den vielen Vereinen angeboten werden.
Im Zuge der Sanierung des gesamten Areals und des Neubaus der U-Bahn-Station Waldau mitten im Gebiet auf der Waldau wurde die Station 1998 mit insgesamt 16 großformatigen farbigen Bildtafeln mit den verschiedensten Sportmotiven von Siegfried Groß unter dem Motto 'Haltestelle Waldau / Sportstation - Kunststation' gestaltet. Die Tafeln sind an der Rückwand der Gleisanlage montiert und zeigen eine Auswahl der Sportarten, welche auf der Waldau von den vielen Vereinen angeboten werden.
Mittwoch, 11. März 2015
Otto Herbert Hajek
* 27. Juni 1927 in Kaltenbach - Tschechoslowakai / † 29. April 2005 in Stuttgart
Nach dem Besuch der Schule in Prachatitz und Erlangen hat Hajek von 1947 bis 1954 in Stuttgart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Bildhauerei studiert.
1978 hat er durch das Land Baden-Württemberg den Titel des Professors verliehen bekommen und zwei Jahre später zum Leiter der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart berufen. Dieses Amt hat er bis 1992 ausgeübt.
Werke von Hajek konnte man u.a. in Kassel auf der documenta II 1959 und der documenta III 1964 bewundern, was Hajek zu deutlich mehr Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit verhalf.
In der Zeit von 1972 bis 1979 war Hajek zudem Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Eines seiner Hauptthemen, für das er sich unermüdlich eingesetzt hat, war die soziale Absicherung von Künstlern.
Die Plastiken und Skulpturen Hajeks sind heute weltweit zu sehen. Meist hat der Bildhauer mit Stahl und Beton gearbeitet. Die Plastiken wurden oftmals mit einer auffällig bunten Farbgebung überzogen.
Auch sind Hajek's Innenraum- und Wandgestaltungen sehr bekannt, welche ebenfalls meist von einer intensiven Farbgebung bestimmt werden.
Neben vielen anderen Auszeichnungen hat Otto Herbert Hajek 1982 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und 1994 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten. Zudem hat er im Jahr 1998 die Bürgermedaille der Landshauptstadt Stuttgart, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Prachatitz / Tschechien verliehen bekommen.
Werke von Herbert Otto Hajek im öffentlichen Raum:
Mehr über Otto Herbert Hajek ist u.a. im virtuellen Hajek-Museum zu finden.
Nach dem Besuch der Schule in Prachatitz und Erlangen hat Hajek von 1947 bis 1954 in Stuttgart an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Bildhauerei studiert.
1978 hat er durch das Land Baden-Württemberg den Titel des Professors verliehen bekommen und zwei Jahre später zum Leiter der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart berufen. Dieses Amt hat er bis 1992 ausgeübt.
Werke von Hajek konnte man u.a. in Kassel auf der documenta II 1959 und der documenta III 1964 bewundern, was Hajek zu deutlich mehr Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit verhalf.
In der Zeit von 1972 bis 1979 war Hajek zudem Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Eines seiner Hauptthemen, für das er sich unermüdlich eingesetzt hat, war die soziale Absicherung von Künstlern.
Die Plastiken und Skulpturen Hajeks sind heute weltweit zu sehen. Meist hat der Bildhauer mit Stahl und Beton gearbeitet. Die Plastiken wurden oftmals mit einer auffällig bunten Farbgebung überzogen.
Auch sind Hajek's Innenraum- und Wandgestaltungen sehr bekannt, welche ebenfalls meist von einer intensiven Farbgebung bestimmt werden.
Neben vielen anderen Auszeichnungen hat Otto Herbert Hajek 1982 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und 1994 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten. Zudem hat er im Jahr 1998 die Bürgermedaille der Landshauptstadt Stuttgart, das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Prachatitz / Tschechien verliehen bekommen.
Werke von Herbert Otto Hajek im öffentlichen Raum:
Mehr über Otto Herbert Hajek ist u.a. im virtuellen Hajek-Museum zu finden.
Montag, 9. März 2015
Jugendstilfassade Ostendstraße 18
An der Ostendstraße 18 kann man im oberen Bereich der Fassade unterhalb des Giebelfachwerks eine Jugendstil-Fassadenmalerei entdecken. Sie zeigt aller Wahrscheinlichkeit nach Adam und Eva im Paradies.
Das Gebäude wurde 1903 vom Architekten Storz errichtet.
Leider haben wir jedoch keine Informationen dazu finden können, wer das Fassadengemälde geschaffen hat.
Aufgrund der doch recht freizügigen Darstellung von Adam und Eva, kann man diese Malerei der Lebensreformbewegung zuordnen.
Diese Art der Fassadengestaltung ist in Stuttgart eher selten zu finden.
Das Gebäude wurde 1903 vom Architekten Storz errichtet.
Leider haben wir jedoch keine Informationen dazu finden können, wer das Fassadengemälde geschaffen hat.
Aufgrund der doch recht freizügigen Darstellung von Adam und Eva, kann man diese Malerei der Lebensreformbewegung zuordnen.
Diese Art der Fassadengestaltung ist in Stuttgart eher selten zu finden.
Samstag, 7. März 2015
Farbe flügelt im Raum
An der Fassade des SWR in der Neckarstraße ist eine großflächige Malerei von 4,50 m / 14,00 von Otto Herbert Hajek zu sehen. Die Malerei 'Farbe flügelt im Raum' hat der Bildhauer und Grafiker Hajek 2002 auf Eternitplatten mit Dreikomponentenfarben ausgeführt.
Den Anstoß für diese Arbeit hat der damalige Intendant, Prof. Peter Voß, gegeben, da ihm die Fassaden zu trist und grau waren.
Darauf hin wurde Hajek mit der Aufgabe betraut. Aufgrund der abstrakten Formen wirkt die Malerei sehr plakativ. Zu sehen ist die farbige Fassadengestaltung von der Wilhelm-Camerer-Straße aus.
Den Anstoß für diese Arbeit hat der damalige Intendant, Prof. Peter Voß, gegeben, da ihm die Fassaden zu trist und grau waren.
Darauf hin wurde Hajek mit der Aufgabe betraut. Aufgrund der abstrakten Formen wirkt die Malerei sehr plakativ. Zu sehen ist die farbige Fassadengestaltung von der Wilhelm-Camerer-Straße aus.
Donnerstag, 5. März 2015
Turm des Wissens
David Stegmann ist in den Bereich Street Art Künstler einzuordnen. Seine Arbeiten erstrecken sich über verschiedene Kunstarten, wie z.B. Skulpturen, Grafiken oder Murals. In diese letzte Kategorie lässt sich auch der 'Turm des Wissens' in Stuttgarts Westen aus dem Jahr 2014 einordnen.
Auf eine Außenwandfläche aus Metall und Beton von ca. 2,50 m / 25,00 m hat Stegmann mittels Sprühtechnik sein Werk aufgebracht. Wie bei fast allen Motiven dieser Serie, ist auch der 'Turm des Wissens' gekennzeichnet von surrealistischen Elementen, welche 'die Rückbesinnung auf den Ursprung und die Natur'* und den 'Zustand nach der Apokalypse oder dem erneuten Urknall'* darstellen sollen.
Stegmanns Anliegen ist darin zu finden, den Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass dieser für die Zerstörung der Natur verantwortlich ist.
Doch möchte der Künstler auch die Phantasie des Betrachters anregen. So weisen viele der von ihm dargestellten Elemente Ähnlichkeiten mit Fabelwesen aus dem Reich der Tier-, Pflanzen- und Unterwasserwelten auf.
Dazwischen sind oftmals menschenähnliche Gestalten zu finden, welche als Beobachter und Wächter gesehen werden können.
*Stegmann 2012 - publiziert im Artline Kunstmagazin. 31. Januar 2013
Auf eine Außenwandfläche aus Metall und Beton von ca. 2,50 m / 25,00 m hat Stegmann mittels Sprühtechnik sein Werk aufgebracht. Wie bei fast allen Motiven dieser Serie, ist auch der 'Turm des Wissens' gekennzeichnet von surrealistischen Elementen, welche 'die Rückbesinnung auf den Ursprung und die Natur'* und den 'Zustand nach der Apokalypse oder dem erneuten Urknall'* darstellen sollen.
Stegmanns Anliegen ist darin zu finden, den Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass dieser für die Zerstörung der Natur verantwortlich ist.
Doch möchte der Künstler auch die Phantasie des Betrachters anregen. So weisen viele der von ihm dargestellten Elemente Ähnlichkeiten mit Fabelwesen aus dem Reich der Tier-, Pflanzen- und Unterwasserwelten auf.
Dazwischen sind oftmals menschenähnliche Gestalten zu finden, welche als Beobachter und Wächter gesehen werden können.
*Stegmann 2012 - publiziert im Artline Kunstmagazin. 31. Januar 2013
Montag, 2. März 2015
Justinus Kerner Büste
Der Kernplatz oberhalb der Kulturmeile weist insgesamt drei
Kunstobjekte im öffentlichen Raum auf. Da ist zum Einen die
unübersehbare Plastik 6-87/88 von Erich Hauser in der Mitte des Platzes, zum Anderen der Justinus-Kerner-Brunnen auf dem schmalen
Grünstreifen gegenüber der Ministeriumsgebäude und die 'Justinus Kerner Büste' aus der Zeit um 1894.
Diese kann nicht genau datiert werden, auch ist deren Künstler unbekannt. Sie zeigt den Arzt, Dichter und medizinschen Schriftsteller Justinus Kerner aus Ludwigsburg, nach dem nicht nur die zulaufende Straße und der Platz benannt sind, sondern auch das Viertel, in dem sich dieses Areal befindet, das Kernerviertel.
Justinus Kerner hat unter anderem das Gedicht 'Der reiche Fürst' verfasst, das später unter dem Titel 'Preisend mit viel schönen Reden' vertont wurde und zur inoffiziellen Hymne des Landes Württemberg wurde.
In dessen Anlehnung ist die 'Eberhardsgruppe' von Paul Müller entstanden.
Die 'Justinus Kerner Büste' befindet sich an der Fassade des Hauses zwischen Kerner- und Urbanstrasse, zum Kernerplatz hin.
Diese kann nicht genau datiert werden, auch ist deren Künstler unbekannt. Sie zeigt den Arzt, Dichter und medizinschen Schriftsteller Justinus Kerner aus Ludwigsburg, nach dem nicht nur die zulaufende Straße und der Platz benannt sind, sondern auch das Viertel, in dem sich dieses Areal befindet, das Kernerviertel.
Justinus Kerner hat unter anderem das Gedicht 'Der reiche Fürst' verfasst, das später unter dem Titel 'Preisend mit viel schönen Reden' vertont wurde und zur inoffiziellen Hymne des Landes Württemberg wurde.
In dessen Anlehnung ist die 'Eberhardsgruppe' von Paul Müller entstanden.
Die 'Justinus Kerner Büste' befindet sich an der Fassade des Hauses zwischen Kerner- und Urbanstrasse, zum Kernerplatz hin.
Wilhelm Hermann Kress
* 15. August 1894 in Zuffenhausen / † 20. Jahrhundert
besser bekannt als Hermann Kress wurde in Zuffenhausen geboren, dass 1931 in die Stadt Stuttgart eingemeindet wurde.
Über die Schulzeit Kress' ist nicht viel bekannt. Aufgefallen ist der junge Kress durch sein künstlerisches Talent. Und so hat man ihm ab 1912 ein Studium an der Kunstakademie Stuttgart unter Jakob Brüllmann ermöglicht. Heute würde man diesbzgl. von einer Art Stipendium sprechen.Im Anschluss ging Kress dann an die Dresdner Kunstakademie, um dort unter Georg Wrba das Fach Bildhauerei zu studieren. Doch auch am Mal- und Zeichenunterricht hat er nebenher teilgenommen.
Bekannt geworden ist Kress durch seine Radierungen, welche er oftmals in Farbe dargestellt hat.
Nach Abschluss des Studiums war Kress als freischaffender Künstler mit eigenem Atelier tätig. Diese, sowie auch seine Wohnung und sein Anwesen wurden im Zuge der Bombenangriffe auf Dresden restlos zerstört, auch viele seiner Werke sind dabei unwiederbringlich vernichtet worden. Da Dresden völlig zerstört war, ist Kress zurück nach Stuttgart gezogen.
Über sein Leben nach dem Krieg ist ebensowenig bekannt, wie aus seiner Schulzeit. Auch sind weder sein Todesdatum noch der Ort, an dem Kress verstorben ist, der Öffentlichkeit bekannt.
Fakt ist, dass er nach dem Krieg noch einige Arbeiten in Stuttgart ausgeführt hat.
Werke von Hermann Kress im öffentlichen Raum:
besser bekannt als Hermann Kress wurde in Zuffenhausen geboren, dass 1931 in die Stadt Stuttgart eingemeindet wurde.
Über die Schulzeit Kress' ist nicht viel bekannt. Aufgefallen ist der junge Kress durch sein künstlerisches Talent. Und so hat man ihm ab 1912 ein Studium an der Kunstakademie Stuttgart unter Jakob Brüllmann ermöglicht. Heute würde man diesbzgl. von einer Art Stipendium sprechen.Im Anschluss ging Kress dann an die Dresdner Kunstakademie, um dort unter Georg Wrba das Fach Bildhauerei zu studieren. Doch auch am Mal- und Zeichenunterricht hat er nebenher teilgenommen.
Bekannt geworden ist Kress durch seine Radierungen, welche er oftmals in Farbe dargestellt hat.
Nach Abschluss des Studiums war Kress als freischaffender Künstler mit eigenem Atelier tätig. Diese, sowie auch seine Wohnung und sein Anwesen wurden im Zuge der Bombenangriffe auf Dresden restlos zerstört, auch viele seiner Werke sind dabei unwiederbringlich vernichtet worden. Da Dresden völlig zerstört war, ist Kress zurück nach Stuttgart gezogen.
Über sein Leben nach dem Krieg ist ebensowenig bekannt, wie aus seiner Schulzeit. Auch sind weder sein Todesdatum noch der Ort, an dem Kress verstorben ist, der Öffentlichkeit bekannt.
Fakt ist, dass er nach dem Krieg noch einige Arbeiten in Stuttgart ausgeführt hat.
Werke von Hermann Kress im öffentlichen Raum:
Hermann Brachert
* 11. Dezember 1890 in Stuttgart / † 02. Juni 1972 in Schlaitdorf
Nach Abschluss der Schlossrealschule in Stuttgart nahm er ab 1905 Privatunterricht bei Prof. Paul Christaller im Bereich Gestaltung. Im Anschluss hat Brachert eine vierjährige Ausbildung mit Abschluss zum Gesellen als Ziseleur und Stahlstempelschneider absolviert. Danach hat er von 1913 bis 1916 die Kunstgewerbeschule auf dem Weißenhof in Stuttgart besucht. Dort wurde er u.a. von Prof. h.c. Robert Knorr ausgebildet. In der Zeit von 1917 bis 1918 war er als freischaffender Künstler tätig und hat unter Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Architektur studiert.
Schon ein Jahr später wurde er mit gerade mal 29 Jahren selbst zum Professor berufen und leitete an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Königsberg den Bereich Stein- und Holzplastik, sowie nebenher noch eine Klasse für Goldschmiedekunst. Seine Tätigkeit wurde 1924 mit der Bronzenen Königsberger Stadtmedaille geehrt.
Um in der Zeit von 1926 bis 1930 Staatsaufträge zur Fertigung von Stein- und Bronzearbeiten für die Universität Königsberg ausführen zu können, wurde er freigestellt. Im Anschluss beriet Brachert in Königsberg bis 1933 die Staatliche Bernsteinmanufaktur und in Gleiwitz die Staatliche Kunstgießerei im künstlerischen Bereich. In dieser Zeit bis 1933 hat Brachert viele Kupferstiche, Medaillen aus Bronze, sowie zwanzig große Architekturplastiken ausgeführt.
Da seine Art der Kunst nicht im Sinne der NS-Ideologie stand, hat er ein Ausstellungsverbot erhalten. Viele seiner Plastiken und Medaillen wurden entfernt und zerstört. Trotz des verhängten Ausstellungsverbotes hat Brachert bis 1936 noch als freischaffender Künstler gearbeitet. Aber auf grund eines Berufsverbotes musste er seine Arbeit als Bildhauer komplett einstellen und wurde von 1936 bis 1944 als künstlerischer Berater für die Bernsteinmanufaktur tätig. Dies war sowohl für die Bernsteinmanufaktur von großer Bedeutung, da sie auf seine künstlerische Beratung angewiesen war, aber vor allem auch für Brachert selbst, denn so konnte er weiterhin beruflich tätig sein und hat im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen weiterhin eine Beschäftigung und damit eine Lebensgrundlage gehabt.
Auf grund der Räumung Ostpreußens kehrte Brachert nach Stuttgart zurück. Und so wurde er in der Heimat nicht mal ein Jahr nach Kriegsende, am 15. März 1946 zum Professor und Leiter der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart ernannt.
Vom Ministerium wurde er zum kommissarischen Direktor eine Planungsausschusses mit Mitgliedern wie Otto Baum, Willi Baumeister, oder auch Hermann Sohn, für die Jahre 1946/47 eingesetzt und im Anschluss bis 1953 vom Akademiesenat zu dessen Rektor gewählt. Für weitere zwei Jahre, bis 1955, hat er noch die Position des stellvertretenden Rektors bekleidet, bevor er 1955 in den Ruhestand getreten ist. Doch auch im Ruhestand hat Hermann Brachert weiterhin an der Akademie unterrichtet. 1961 wurde Brachert für seinen Einsatz das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen.
Seine letzte Arbeit stammt aus dem Jahr 1970, eine vorwärtsdrängende Frauengestalt, welche heute vor dem Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg steht. Sie steht nach Bracherts Worten für
'Erinnerung an das Schicksal Ostpreußens und seiner Menschen sein, sie soll aber zugleich als Mahnung für die Zukunft dienen: Nie wieder Krieg.' Hermann Brachert ist 1972 in Schlaitdorf bei Stuttgart verstorben.
Werke von Hermann Brachert im öffentlichen Raum:
Nach Abschluss der Schlossrealschule in Stuttgart nahm er ab 1905 Privatunterricht bei Prof. Paul Christaller im Bereich Gestaltung. Im Anschluss hat Brachert eine vierjährige Ausbildung mit Abschluss zum Gesellen als Ziseleur und Stahlstempelschneider absolviert. Danach hat er von 1913 bis 1916 die Kunstgewerbeschule auf dem Weißenhof in Stuttgart besucht. Dort wurde er u.a. von Prof. h.c. Robert Knorr ausgebildet. In der Zeit von 1917 bis 1918 war er als freischaffender Künstler tätig und hat unter Paul Bonatz an der Technischen Hochschule Architektur studiert.
Schon ein Jahr später wurde er mit gerade mal 29 Jahren selbst zum Professor berufen und leitete an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Königsberg den Bereich Stein- und Holzplastik, sowie nebenher noch eine Klasse für Goldschmiedekunst. Seine Tätigkeit wurde 1924 mit der Bronzenen Königsberger Stadtmedaille geehrt.
Um in der Zeit von 1926 bis 1930 Staatsaufträge zur Fertigung von Stein- und Bronzearbeiten für die Universität Königsberg ausführen zu können, wurde er freigestellt. Im Anschluss beriet Brachert in Königsberg bis 1933 die Staatliche Bernsteinmanufaktur und in Gleiwitz die Staatliche Kunstgießerei im künstlerischen Bereich. In dieser Zeit bis 1933 hat Brachert viele Kupferstiche, Medaillen aus Bronze, sowie zwanzig große Architekturplastiken ausgeführt.
Da seine Art der Kunst nicht im Sinne der NS-Ideologie stand, hat er ein Ausstellungsverbot erhalten. Viele seiner Plastiken und Medaillen wurden entfernt und zerstört. Trotz des verhängten Ausstellungsverbotes hat Brachert bis 1936 noch als freischaffender Künstler gearbeitet. Aber auf grund eines Berufsverbotes musste er seine Arbeit als Bildhauer komplett einstellen und wurde von 1936 bis 1944 als künstlerischer Berater für die Bernsteinmanufaktur tätig. Dies war sowohl für die Bernsteinmanufaktur von großer Bedeutung, da sie auf seine künstlerische Beratung angewiesen war, aber vor allem auch für Brachert selbst, denn so konnte er weiterhin beruflich tätig sein und hat im Gegensatz zu vielen seiner Berufskollegen weiterhin eine Beschäftigung und damit eine Lebensgrundlage gehabt.
Auf grund der Räumung Ostpreußens kehrte Brachert nach Stuttgart zurück. Und so wurde er in der Heimat nicht mal ein Jahr nach Kriegsende, am 15. März 1946 zum Professor und Leiter der Bildhauerklasse an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart ernannt.
Vom Ministerium wurde er zum kommissarischen Direktor eine Planungsausschusses mit Mitgliedern wie Otto Baum, Willi Baumeister, oder auch Hermann Sohn, für die Jahre 1946/47 eingesetzt und im Anschluss bis 1953 vom Akademiesenat zu dessen Rektor gewählt. Für weitere zwei Jahre, bis 1955, hat er noch die Position des stellvertretenden Rektors bekleidet, bevor er 1955 in den Ruhestand getreten ist. Doch auch im Ruhestand hat Hermann Brachert weiterhin an der Akademie unterrichtet. 1961 wurde Brachert für seinen Einsatz das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen.
Seine letzte Arbeit stammt aus dem Jahr 1970, eine vorwärtsdrängende Frauengestalt, welche heute vor dem Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg steht. Sie steht nach Bracherts Worten für
'Erinnerung an das Schicksal Ostpreußens und seiner Menschen sein, sie soll aber zugleich als Mahnung für die Zukunft dienen: Nie wieder Krieg.' Hermann Brachert ist 1972 in Schlaitdorf bei Stuttgart verstorben.
Werke von Hermann Brachert im öffentlichen Raum:
Sonntag, 1. März 2015
Der Schwur
Bereits drei Jahre vor der 'Verfassungssäule' hat der Bildhauer Hermann Kress im Jahr 1953 nach Plänen von Hermann Brachert das quadratische Wandrelief 'Der Schwur' erschaffen.
Dieses befindet sich an der Fassade des Hochhauses des Oberlandesgerichts in Stuttgart. Die Kantenlängen betragen jeweils ca. 6,00m.
Den unteren Rahmen des Hochreliefs bildet der Schriftzug
Über diesen Figuren thront das Gericht, bestehend aus drei Richtern. In ihnen sind von links nach rechts Robert Perlen, damaliger Präsident des Oberlandesgerichts, mit ebenfalls erhobener Schwurhand, Reinhold Maier, damaliger Ministerpräsident und Josef Bey, damaliger Justizminister zu erkennen.
Über ihnen allen scheint 'Justitia' mit dem Richtschwert und der Waage zu schweben. In der rechten oberen Ecke des Reliefs strahlt die Sonne über allem, symbolträchtig um die 'Wahrheit an den Tag zu bringen'.
Dieses befindet sich an der Fassade des Hochhauses des Oberlandesgerichts in Stuttgart. Die Kantenlängen betragen jeweils ca. 6,00m.
Den unteren Rahmen des Hochreliefs bildet der Schriftzug
'GESETZ UND RECHT UND FREIHEIT'.Über ihm steht das Volk, bestehend aus verschiedenen Figuren, als Symbol der verschiedenen Stände. So sind von links nach rechts Mutter und Kind zu sehen, daneben ein Soldat, gefolgt von einem Mann mit hängenden Armen, ein Mann mit erhobener Schwurhand, ein Handwerker mit Vorschlaghammer und ein Bauer mit geschulterter Sense und Schössling in der anderen Hand.
Über diesen Figuren thront das Gericht, bestehend aus drei Richtern. In ihnen sind von links nach rechts Robert Perlen, damaliger Präsident des Oberlandesgerichts, mit ebenfalls erhobener Schwurhand, Reinhold Maier, damaliger Ministerpräsident und Josef Bey, damaliger Justizminister zu erkennen.
Über ihnen allen scheint 'Justitia' mit dem Richtschwert und der Waage zu schweben. In der rechten oberen Ecke des Reliefs strahlt die Sonne über allem, symbolträchtig um die 'Wahrheit an den Tag zu bringen'.
Denkmal für die Opfer der Justiz im Nationalsozialismus
Der Vorplatz des Landgericht Stuttgart wird links neben dem Treppenaufgang zur Urbanstraße hin von einer mannshohen Begrenzungsmauer eingefasst.
Direkt unterhalb der Mauerkrone enthält dieser Mauerabschnitt das 'Denkmal für die Opfer der Justiz im Nationalsozialismus', welches jedoch aufgrund seiner Unscheinbarkeit kaum Beachtung findet.
Eingeweiht wurde das Denkmal am 13. Juni 1994 in Gedenken an die rund 450 Opfer der NS-Justiz, welche mit dem Fallbeil von Beginn des NS-Regimes, 1933, bis 1944 im Lichthof des damaligen Justizgebäudes hingerichtet wurden.
Es besteht aus rotem Sandstein, welcher keilförmig aus der Mauer hervorkommt.
Das Mahnmal enthält den Schriftzug:
DEN OPFERN DER JUSTIZ IM NATIONALSOZIALISMUS ZUM GEDENKEN • HUNDERTE WURDEN HIER IM INNENHOF HINGERICHTET • DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG
Direkt unterhalb der Mauerkrone enthält dieser Mauerabschnitt das 'Denkmal für die Opfer der Justiz im Nationalsozialismus', welches jedoch aufgrund seiner Unscheinbarkeit kaum Beachtung findet.
Eingeweiht wurde das Denkmal am 13. Juni 1994 in Gedenken an die rund 450 Opfer der NS-Justiz, welche mit dem Fallbeil von Beginn des NS-Regimes, 1933, bis 1944 im Lichthof des damaligen Justizgebäudes hingerichtet wurden.
Es besteht aus rotem Sandstein, welcher keilförmig aus der Mauer hervorkommt.
Das Mahnmal enthält den Schriftzug:
DEN OPFERN DER JUSTIZ IM NATIONALSOZIALISMUS ZUM GEDENKEN • HUNDERTE WURDEN HIER IM INNENHOF HINGERICHTET • DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG
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